Schafkopf Glossar

Alleinspieler

Der Spieler, der beim Solospiel (Farbsolo oder Wenz) gegen seine drei Mitspieler spielt.

Ansage

Vor dem eigentlichen Spiel klären die Spieler, welche Spielvariante gelten soll. Der Ausspieler darf als erster eine Ansage machen bzw. passen, danach geht es im Uhrzeigersinn reihum. Wer das Spiel übernehmen möchte, muss ein höherwertiges Spiel ansagen. Dabei gilt die Rangfolge: Sie – Farbsolo‑Tout – Wenz‑Tout – Farbsolo – Wenz – Rufspiel. Beim Spiel mit Sonderregeln (Geier, Hochzeit …) gilt eine entsprechend erweiterte Rangfolge. Werden zwei oder mehrere gleichwertige Spiele angesagt, entscheidet die Sitzordnung.

Wenn kein Spieler ein Spiel ansagt, wählt man eine der folgenden vier Lösungen:

  1. Es wird zusammengeworfen, also neu gemischt und gegeben, wobei das nächste Spiel eine Bockrunde wird.
  2. Muss-Spiel
  3. Kreuzbock
  4. Ramsch.

Augen

Jeder Karte ist ein bestimmter Augenwert zugeteilt. Die Augen in den gewonnenen Stichen werden bei der Auswertung parteiweise aufsummiert. Dabei zählt jedes Ass bzw. die Sau 11 Augen, jede Zehn 10 Augen, jeder König 4, jeder Ober 3 und jeder Unter 2 Augen. Neun, Acht und Sieben sind Spatzen bzw. Luschen mit 0 Augen. Die gewonnene Augensumme bestimmt den Gewinner des Spiels sowie ggf. die Erhöhung des Spielwerts (Schneider).

Ass

Auch Sau genannt. Mit dem Rufen eines Farb-Asses werden die Teams beim Rufspiel bestimmt. In der Karten-Rangfolge steht das Ass zwischen Unter und Zehn.

Bauer

Alternative Bezeichnung für den Ober.

Bedienpflicht

Die aufgespielte Karte muss von den anderen drei Spielern reihum bedient werden. Dabei gilt: Trumpf auf Trumpf, Fehl auf Fehl. Wer nicht bedienen kann, darf Fehl mit Trumpf stechen oder wirft eine beliebige andere Fehlkarte ab.

Bettel (Null)

Sonderregel: Solospiel, bei dem der Alleinspieler keinen einzigen Stich machen darf. Es gibt keine Trümpfe, dafür eine abweichende Kartenfolge: Ass, König, Ober, Unter, Zehn, Neun, Acht, Sieben.

Bockrunde

Sonderregel: Spiele bzw. Runden mit doppeltem Spielwert.

Davonlaufen

Beim Rufspiel: Wenn der Ausspieler der Besitzer der gerufenen Sau ist und dem Spielmacher zeigen möchte, dass er zu ihm gehört, kann er – wenn er neben der gerufenen Sau noch mindestens drei andere Karten derselben Farbe hat – eine davon ausspielen.

Farbsolo

Bei diesem Solospiel haben die Trümpfe folgende Rangfolge: Zunächst Ober (Eichel, Grün, Herz, Schellen) und Unter (Eichel, Grün, Herz, Schellen), danach Ass, Zehn, König, Neun, Acht und Sieben der angesagten Farbe.

Farben

Das Bayerische Blatt kennt vier Farben, deren Rangfolge – Eichel, Grün, Herz, Schellen – deren Wertigkeit spiegelt.

Farb-Geier

Sonderregel: Solospiel, bei denen neben den Obern noch eine Trumpffarbe gewählt wird.

Farb-Wenz

Sonderregel: Solospiel, bei denen neben den Untern noch eine Trumpffarbe gewählt wird.

Fehlkarten

Beim Spiel gelten alle Karten, die keine Trümpfe sind, als Fehlkarten. Für diese gilt die Rangfolge Ass, Zehn, König, (Ober – beim Wenz), Neun, Acht, Sieben.

Fehl-Sau

Beim Rufspiel ein beliebiges Farb-Ass, dass der Spielmacher nicht selbst auf der Hand hat.

Geier

Sonderregel: Solospiel, bei dem nur die Ober als Trümpfe gelten.

Gras

Alternative Bezeichnung für „Grün“, siehe Farben.

Grün

Eine der vier Farben des Bayerischen Blattes. Grün bzw. Gras steht in der Farb-Rangfolge an zweiter Stelle.

Herz

Eine der vier Farben des Bayerischen Blattes. Herz steht in der Farb-Rangfolge an dritter Stelle. Beim Rufspiel gelten die Herz-Karten als Trumpf.

Hirsch

Sonderregel: Steigerung des Spielwerts, als Fortsetzung von Kontra (2fach), Retour/Re (4fach) zum Hirsch (8/16fach).

Hochzeit

Sonderregel: Hat ein Spieler nur einen einzigen Trumpf, kann er diesen bei einem anderen Mitspieler gegen einen Nicht-Trumpf eintauschen und wird zu dessen Partner.

König

Beim Schafkopf steht der König ungewöhnlich weit unten in der Karten-Rangfolge, er steht zwischen Zehn und Neun.

Kreuzbock bzw. Kreuzrunde

Will keiner der Spieler ein Spiel ansagen, können beim Kreuzbock jeweils die überkreuz sitzenden Spieler automatisch ein Team bilden.

Kurzes Blatt

Das kurze Blatt umfasst statt den üblichen 32 Karten nur 24 Karten. Hier werden jeweils die vier Achten und Sieben aussortiert.

Langes Blatt

Nach den Standardregeln wird Schafkopf mit dem so genannten langen Blatt aus 32 Karten gespielt. Dazu zählen jeweils acht Karten (Ass bzw. Sau, Zehn, König, Ober bzw. Bauer, Unter bzw. Wenz, Neun, Acht, Sieben) in vier Farben (Eichel, Grün bzw. Gras, Herz, Schellen).

Legen (Verdoppeln)

Sonderregel: Die Spieler können den Wert des Spiels verdoppeln, nachdem sie die ersten 4 bzw. 3 Karten aufgenommen haben.

Muss-Spiel

Will keiner der Spieler ein Spiel ansagen, verpflichtet das Muss-Spiel den Besitzer des Eichel-Obers, ein Spiel anzusagen. Das Muss-Spiel ist insb. bei Turnieren üblich.

Nichtspielerpartei

Siehe Spielerpartei.

Normalspiel

Alternative Bezeichnung für das Rufspiel.

Ober

Die vier höchsten Trümpfe beim Rufspiel und Farbsolo. Bei den vier Obern gilt die Farb-Rangfolge Eichel, Grün, Herz, Schellen. Beim Wenz werden die Ober unter den Farbkarten zwischen König und Neun einsortiert.

Wir uns Ramsch

Will keiner der Spieler ein Spiel ansagen, kann beim Ramsch jeder gegen jeden spielen. Die Trümpfe sind dieselben wie beim Rufspiel – Ziel ist jedoch, möglichst wenig Augen zu sammeln.

Rufspiel

Das Rufspiel wird auch als Normalspiel, Sau- oder Partnerspiel bezeichnet. Hier spielen die Spieler in zwei Zweier-Teams gegeneinander. Die Teambildung erfolgt dadurch, dass der Spielmacher ein Farb-Ass ruft, das er selbst nicht auf der Hand hat, von dessen Farbe er jedoch mindestens eine Karte auf der Hand hat. Wer das gerufene Ass besitzt, wird sein Spielpartner (wer das ist, erfährt der Spielmacher erst im Verlauf des Spiels, beim Ausspielen dieser Karte). Die Trumpf-Rangfolge beim Rufspiel lautet: Ober (Eichel, Grün, Herz, Schellen), Unter (Eichel, Grün, Herz, Schellen), Herz (Ass, Zehn, König, Neun, Acht, Sieben).

Sau

Alternative Bezeichnung für das Ass.

Schellen

Eine der vier Farben des Bayerischen Blattes. Schellen steht in der Farb-Rangfolge an vierter Stelle.

Eichel Eine der vier Farben des Bayerischen Blattes. Eichel steht in der Farb-Rangfolge an erster Stelle.

Schneider

Gewinnt ein Team 91 Augen oder mehr, spielt es Schneider und gewinnt es einen Extra-Punkt für den Spielwert.

Schwarz

Gewinnt ein Team alle Stiche, spielt es Schwarz und gewinnt einen Extra-Punkt für den Spielwert.

Sie

Die höchstwertige Variante des Solospiels. Wenn der überaus seltene Fall eintritt, dass ein Spieler alle vier Ober und alle vier Unter hat, so legt er die Karten offen auf den Tisch und kassiert seinen Gewinn.

Solospiel

Hier spielt der Alleinspieler – anders als beim Rufspiel – allein gegen die übrigen drei Mitspieler. Bei der Ansage haben die Solospiele stets Vorrang vor dem Rufspiel, innerhalb der Solospiele lautet die Rangfolge: Sie, Tout, Farbsolo, Wenz.

Spatzen

Die 0 Augen zählenden Karten mit den Werten Neun, Acht und Sieben.

Spiel um Nichts

Ist diese Sonderregel aktiviert, wird der Tisch weder für die Vereinsliga noch die interne Vereinsliste gewertet.

Spielerpartei

Beim Rufspiel besteht die Spielerpartei aus dem Spielmacher und dem Spieler, der das von ihm gerufene Farb-Ass auf der Hand hat. Die anderen beiden Spieler bilden die Nichtspielerpartei.

Stoss

Vervielfachung des Spielwerts beim Rufspiel oder Farbsolo: Ist einer der Gegenspieler der Meinung, gegen den Spielmacher gewinnen zu können, kann er – solange nur die erste ausgespielte Karte offen liegt – einen Stoss anmelden (auch: Spritze oder Kontra) und damit den Spielwert verdoppeln. Der Spielmacher bzw. sein Mitspieler können dies mit Retour bzw. Re erwidern und den Spielwert vervierfachen. Eine weitere Erhöhung ist nur mit der Sonderregel Hirsch möglich.

Tout

Eine höherwertige Variante des Solospiels, es gibt sowohl Farbsolo-Tout wie auch Wenz-Tout. Mit dieser Ansage erklärt der Spielmacher die Absicht, der Gegenseite alle Stiche abzunehmen – gelingt dieser auch nur ein einziger Stich, der Spielmacher verloren.

Trumpf

Welche Karten als Trumpf gelten und in welcher Rangfolge sie stehen, hängt davon ab, ob ein Rufspiel, Farbsolo oder Wenz gespielt wird.

Unter

Die vier zweithöchsten Trümpfe beim Rufspiel und Farbsolo. Bei den vier Untern gilt die Farb-Rangfolge Eichel, Grün, Herz, Schellen. Beim Wenz sind die vier Unter die alleinigen Trümpfe.

Wenz

  1. Alternative Bezeichnung für den Unter.
  2. Solospiel, bei dem es nur vier Trümpfe gibt und zwar die Unter bzw. die Wenzen, wobei die übliche Farb-Rangfolge von Eichel, Grün, Herz gilt. Die Ober werden hier als Fehlkarten betrachtet und jeweils zwischen König und Neun eingereiht. Die Rangfolge der Fehlkarten ist also Ass, Zehn, König, Ober, Neun, Acht, Sieben.